Auf Nahinfrarotspektroskopie basierende Echtzeitanalyse-Verfahren ermöglichen ein kontinuierliches Monitoring von Ersatzbrennstoff-Qualitäten. Für eine möglichst präzise Bestimmung der qualitätsrelevanten Parameter (z. B. Chlorgehalt, Heizwert) ist dabei eine stoffstromspezifische Kalibrierung bzw. Anpassung des Messsystems auf den zu analysierenden Stoffstrom notwendig. Im Rahmen von Langzeituntersuchungen in einer SBS®-Produktionsanlage wurden hierzu über einen Zeitraum von etwa einem Jahr sensorbasierte Echtzeitanalysedaten erhoben und mit den Laboranalysenwerten der Eigenüberwachung nach RAL-GZ 724 abgeglichen. Auf Basis der vorliegenden Vergleichswerte wurden verschiedene methodische Ansätze zur Kalibrierung entwickelt und getestet. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse werden aktuell u. a. bei der Erarbeitung eines Norm-Entwurfs zur Standardisierung des Verfahrens sowie für F&E-Arbeiten im strategischen EU-Projekt „ReWaste 4.0“ (Teilprojekt: Online/Ontime-Charakterisierung von gemischten Abfällen) genutzt.
Zu den größten Herausforderungen zählt es, aus heterogen Abfallgemischen Brennstoffe mit einer möglichst gleichbleibenden Qualität zu produzieren (Flamme 2006). Diese ist für eine effiziente Nutzung maßgeblich, wodurch der Qualitätssicherung eine große Bedeutung zukommt. Die Anforderungen an die Ersatzbrennstoffe ergeben sich sowohl aus genehmigungsrechtlichen Vorgaben der zuständigen Behörde als auch aus den verfahrenstechnischen Anforderungen der jeweiligen Verwertungsanlage (Krämer 2017). Eine Überprüfung der Brennstoffqualität erfolgt derzeit überwiegend durch chemisch-physikalische Laboranalysen. Da die Ergebnisse i. d. R. mit einer zeitlichen Verzögerung (von bis zu zwei Wochen) vorliegen, können EBS-Produzenten und –Verwerter nicht direkt auf kurzfristige Qualitätsveränderungen (z.
B. erhöhter Chlorgehalt) reagieren. Umfangreiche Untersuchungen mit Ersatzbrennstoffen aus unterschiedlichen Herkunftsbereichen und Aufbereitungstiefen haben ge-zeigt, dass mithilfe von nahinfrarotgestützten (NIR) Echtzeitanalysesystemen die Brennstoffqualität sensorbasiert und kontinuierlich bestimmt werden kann (Krämer et al. 2015), (Glorius et al. 2013), (Nowak et al. 2013). Das Messprinzip basiert dabei auf einer automatischen Materialerkennung und gleichzeitiger Flächenbestimmung. In Kombination mit empirisch erhobenen Daten, die im System hinterlegt sind (u. a. stoffgruppenspezifische Flächengewichte und mittlere Stoffkonzentrationen) können so z. B. der Gesamtchlorgehalt oder der Heizwert in Echtzeit berechnet und ausgegeben werden. Das bietet u. a. den Vorteil einer fortlaufenden Stoffstromüberwachung, die eine direkte Prozesskontrolle und Prozesssteuerung ermöglicht (Krämer & Flamme 2014).
| Copyright: | © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben | |
| Source: | Recy & Depotech 2020 (November 2020) | |
| Pages: | 6 | |
| Price inc. VAT: | € 3,00 | |
| Autor: | M. Sc. Max Kölking Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme Dr. Ing. Thomas Glorius S. Mayer | |
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Influence of pre-screening before ballistic separation on NIR-sorting quality of plastic rich 3D-fractions out of MCW
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
The exploitation of plastics gains more importance over time. In this con-text, material recycling is especially focused on packaging plastics. A further waste stream that contains a significant amount of plastics is mixed commercial solid waste. To assess the potential of plastics for recycling and energy recovery from these waste stream large-scale experiments were conducted. The potential of mechanical pre-processing with the aim of generating a 3D-plastics pre-concentrate was assessed. The focus of these investigations was put on the relevance of the screening stage and its influence on down-stream material processing via ballistic separation and sensor-based sorting. Results demonstrate not only that the screening of the waste leads to enrichment of plastics in coarse particle size ranges (especially > 80 mm) and transfer of contaminants, organics and minerals to fine fractions (especially < 10 mm), but also that sensor-based sorting performance can be significantly enhanced due to cleaning effects on plastics, induced by the material circulation and friction in a drum screen.
Einheitliche Restmüllanalysen in Österreich 2018/19 – Erfahrungen und Ergebnisse
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
Im Jahr 2017 wurden bundeseinheitliche Leitlinien für die Durchführung von Restmüll-Sortieranalysen erstellt. Diese wurden erstmals in den Jahren 2017 bis 2019 in allen neun Bundesländern angewandt. Die einheitliche Vorgangs-weise ermöglicht einen Vergleich von Ergebnissen, macht jedoch die Berücksichtigung spezifischer Fragestellungen schwieriger. Leitlinien verleiten zur Festlegung auf diese und lenken von spezifischen Anforderungen und der Berücksichtigung aktueller und relevanter Fragestellungen ab.
DeSort - Störstoffmanagement in biogenen Abfällen
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
Kompost aus biogenen Abfällen ist ein wichtiger Nährstofflieferant für Böden in Europa. Aufgrund von Fehlwürfen in die Bioabfallsammlung wird jedoch das Ausgangsmaterial für qualitativ hochwertigen Kompost mehr oder weniger stör-stoffbehaftet. Ein großes Problem entsteht durch die Verwendung von nicht-abbaubaren aber auch biologisch abbaubaren Kunststoffsäcken, die zur Entsorgung von in Haushalten anfallenden biogenen Abfällen verwendet werden. Zusätzlich ge-langen unterschiedlichste Kunststoffteile, meist in Form von Verpackungsmateria-lien, durch den Verbraucher in die Bioabfallsammlung, Metalle und Glas rangieren weit dahinter. Im Projekt „DeSort“ werden Grundlagen für die automatische Erkennung (Detection) und die sensorgestützte Sortierung (Sorting) von Störstoffen in biogenen Abfällen erforscht. Technisch wird eine Kunststoffdetektion am Sammelfahr-zeug installiert und eine verbesserte Technologie zur Kompostreinigung entworfen. Organisatorisch werden entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung der Kunststofffehlwürfe mit strukturellen, materiellen, ideellen und finanziellen Anreizen kombiniert.
Municipal Solid Waste sorting and treatment in Romania: strategies of energy recovery from two pilot case studies
© Wasteconsult International (5/2011)
In the past decade, one of the main topics analyzed in the waste management area is how to dispose of the large quantities of municipal solid waste (MSW).
Mit hanseatischer Genauigkeit - Gute Erfahrungen mit der Hamburger Wertstofftonne
© Deutscher Fachverlag (DFV) (9/2008)
Seit 1. März 2006 testet die Stadtreinigung Hamburg versuchsweise in zwei Stadtteilen eine Miterfassung von stoffgleichen Nichtverpackungen sowie Elektrokleingeräten im Gelben Sack. Fazit: Hohe Akzeptanz und Steigerung der Erfassungsmengen.