In einem dichtbesiedelten Versuchsgebiet in einer Großstadt mit rund 9.500 Einwohnern, wurde versuchsweise eine verdichtete Behälteraufstellung für eine getrennte Sammlung von Leichtverpackungen auf nahezu allen Liegenschaften durchgeführt. Um die Veränderungen sowohl bei den Sammelmengen als auch bei der Qualität der Sammelware festzustellen, wurden Abfallanalysen im April 2021 (vor der Umstellung), Oktober 2021 (rund 4 Monate nach der im Juni erfolgten Behälteraufstellung) und im April 2022 genau ein Jahr nach der ersten Analyse, durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen eine Steigerung der Sammelmengen und eine recht konstante Qualität der beworbenen Fraktionen.
Die Umsetzung des EU-Kreislaufwirtschaftspakets erfordert unter anderem die Erfüllung von erhöhtenRecyclingzielen für Verpackungsabfälle aus Kunststoff, Eisenmetall und Aluminium. Einwichtiges Instrument dafür ist die Erfassung über die getrennte Altstoffsammlung von Leichtverpackungen(LVP). Ergebnisse aus vielen Ländern Europas zeigen jedoch, dass dies insbesondereStädte vor große Herausforderungen stellt, da die getrennte Sammlung aufgrund der gegebenenRahmenbedingungen (z.B. hohe Einwohnerdichte, große Wohnanlagen, erhöhteAnonymität und begrenzte Flächen in Wohnungen und Innenhöfen) geringere Sammelquotenerreicht als in ländlichen Gebieten (Feil et al. 2017; Lederer et al. 2022; Seyring et al. 2016). Eine Möglichkeit, die Sammelmengen von LVP-Abfällen zu erhöhen ist es, das getrennte Sammelsystemvon einem Bringsystem, basierend auf öffentlichen Abgabestellen wie z.B. Altstoffsammelinseln, auf ein Holsystem mit Sammelbehältern in den Liegenschaften umzustellen (Bertanzaet al. 2021). Zwar können dadurch Sammelmengen erhöht werden, jedoch zeigen Beispieleaus anderen Ländern auch, dass sich bei derlei oder ähnlichen Verdichtungen des Sammelsystemsdie Qualität der gesammelten Mengen in Punkto Zusammensetzung und Anteil von Fehlwürfen auch verschlechtern kann (Haupt et al. 2018).
| Copyright: | © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben | |
| Source: | Recy & Depotech 2022 (November 2022) | |
| Pages: | 4 | |
| Price inc. VAT: | € 2,00 | |
| Autor: | M. Merstallinger Lea Gritsch Mag. DI Dr.techn. Jakob Lederer T. Jesacher D. Schuch | |
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90 %-Erfassung von Kunststoff-Getränkeverpackungen
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
Die EU-Richtlinie zur Verringerung von Einwegplastik (Single-Use-Plastic- oder SUP-Richtlinie) sieht vor, dass Kunststoffgetränkeflaschen bis zum Jahr 2029 zu zumindest 90 % zum Zwecke des Recyclings getrennt gesammelt werden. Dies erscheint nur mit einem Anreiz in Form eines Pfandes realistisch. Eine hohe Sammelquote an Getränkeflaschen liefert einen signifikanten Beitrag zur Erreichung von Recyclingzielen für Kunststoff-Verpackungen. Neben Getränkeflaschen sind zum Erreichen der Recyclingziele alle Kunststoff-Verpackungen entsprechend recycling-gerecht zu gestalten.
Kunststoffe in Deutschland 2023: Zahlen und Fakten zum Lebensweg von Kunststoffen
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Die Studie liefert ein umfassendes Stoffstrombild für den Werkstoff Kunststoff in Deutschland und umfasst die Bereiche
ReOil®-Technology – Scale-up und Modellierung eines Kunststoffrecyclingprozesses
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Chemisches Recycling von Kunststoffen hat das Ziel, einen alternativen Behandlungsweg für Abfälle zu bieten, welche durch klassisches mechanisches Recycling nicht behandelt werden können.
circPLAST-mr - Das österreichische Leitprojekt zum mechanischen Recycling von Kunststoffen
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Verbesserung der Abfalltrennung im öffentlichen Raum - Erkenntnisse aus einer Feldstudie
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Die getrennte Sammlung stellt eine wichtige Grundlage in einer kreislauforientierten Abfallwirtschaft dar. Insbesondere im Bereich der Kunststoff- und Verpackungsabfälle ist eine weitere Verbesserung der getrennten Sammlung notwendig.