Qualitative und quantitative Analyse von gemischten Kunststoffabfällen

Mit dem im Jahr 2019 beschlossenen „Green Deal“ fordert die Europäische Union von seinen Mitgliedsstaaten, dass bis zum Jahr 2030 mindestens 55 % der anfallenden Kunststoffverpackungsabfälle recycelt werden (Lumpe & Rossig 2021). An die Aufbereitung und Sortierung von gemischten Kunststoffabfällen resultieren daraus hohe Anforderungen, da nur bei einer entsprechenden Reinheit der Rezyklate ein höherwertiges werkstoffliches Recycling überhaupt erst möglich wird. Zur Bewertung der gewonnenen Sortierprodukte ist es somit erforderlich, deren qualitative und quantitative Zusammensetzung zu bestimmen.

Folienabfälle gelten aufgrund des hohen Anteils an Verbundmaterialien gegenwärtig noch immer als schwer zu recyclen und werden daher meist thermisch verwertet. Aufgrund ihres hohen Anteils am Gesamtaufkommen der Kunststoffabfälle ist es daher unumgänglich zur Erfüllung der gesetzlich geforderten Recyclingquoten neue Technologien zur Aufbereitung von gemischten Folienfraktionen zu entwickeln und voranzutreiben. Im Rahmen des Forschungsprojektes SAMSort, hat die Pla.to GmbH, Görlitz in Kooperation mit dem ZIRKON, Hochschule Zittau/Görlitz einen zweistufigen Prozess entwickelt, welcher es ermöglicht die für das Recycling kritischen Verbundfolien von sogenannten Singlelayern, also Folien die nur aus einem Kunststoff bestehen, zu separieren. Diese Folien bestehen überwiegend aus Polyethylen (PE) und lassen sich vergleichsweise einfach in den Kunststoffkreislauf zurückführen. Um die Effizienz des Sortierprozesses bewerten zu können, ist es erforderlich den Wertstoffgehalt im Aufgabematerial sowie in den Sortierprodukten zu kennen. Im Rahmen dieses Beitrages wird eine Methode vorgestellt, die es erlaubt die stoffliche Zusammensetzung einer unbekannten thermoplastischen Folienfraktion sowohl qualitativ als auch quantitativ zu bestimmen.
 



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Source: Recy & Depotech 2022 (November 2022)
Pages: 4
Price inc. VAT: € 2,00
Autor: Peter Clemenz
Dr.-Ing. Maria Schäfer
Prof. Dr. Marin Sturm
H. Schnettler

Send Article Add to shopping cart Comment article


These articles might be interesting:

Kunststoffe in Deutschland 2023: Zahlen und Fakten zum Lebensweg von Kunststoffen
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2025)
Die Studie liefert ein umfassendes Stoffstrombild für den Werkstoff Kunststoff in Deutschland und umfasst die Bereiche

Sensorbasierte Optimierung der Sortierperformance in LVP-Sortieranlagen
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (12/2024)
Bei der Behandlung von Leichtverpackungsmaterial ist die Sortierperformance der Anlage entscheidend von der Leistung und somit von Durchsatz bzw. Bandbelegung der optischen Sortierer abhängig.

Benchmarking-Projekt zur Bemessung der Nachhaltigkeit von Kosmetikverpackungen
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (12/2024)
Die europäischen Ambitionen fordern die Nutzung recyclingfähiger Kunststoffverpackungen und ambitionierte Recyclingquoten, wodurch die Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen steigt und die Kosmetikindustrie bestehende Verpackungen überprüfen und optimieren muss, um die EU-Ziele zu erreichen.

Materialeffizienz und Umweltauswirkungen der Kunststoffverpackungsabfallwirtschaft in Deutschland
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (12/2024)
Im vorliegenden Beitrag werden die Ergebnisse einer umfassenden Bewertung des Bewirtschaftungssystems für Kunststoffverpackungsabfälle in Deutschland in Bezug auf Materialflüsse, Materialeffizienz und Umweltauswirkungen dargestellt und auf dieser Grundlage Herausforderungen und Optimierungsstrategien für die aktuelle und zukünftige Bewirtschaftung von Kunststoffverpackungsabfällen diskutiert.

Sortieranlage für Mischkunststoffe für das chemische Recycling – Stand und Perspektiven
© Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH (4/2024)
Noch immer wird die Mehrheit der Altkunststoffe in Europa entweder verbrannt oder deponiert. Chemisches Recycling, als komplementäre Technologie zum mechanischen Recycling, kann dazu beitragen bisher nicht rezyklierbare Mischkunststoffe, beispielsweise aus der getrennten Sammlung, zukünftig einem Recycling zuzuführen und damit wertvolle Ressourcen im Kreislauf zu halten.

Username:

Password:

 Keep me signed in

Forgot your password?

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...