Erosionsschutz und schnelle Begrünung durch Schafwollmatten - eine ökonomisch-ökologische Alternative im Deponiebau

An die Rekultivierungsschicht einer Deponie werden hohe Anforderungen im Hinblick auf ihre Funktionalität gestellt. Planer und Bauausführende sind verschiedenen, teils schlecht kalkulierbaren Bedingungen unterworfen. Insbesondere bei ungünstigen Wetterbedingungen kann es trotz einwandfreier Herstellung der Schicht zu massiven Erosionsereignissen kommen. Diese gilt es bis zur vollen Funktionsfähigkeit des Bauwerkes zu handhaben, wo bei die Effektivität des Erosionsschutzsystems, Arbeitsaufwand und Kosten wichtige Parameter für die Gesamtbetrachtung des Bauwerkes darstellen.

Direkt nach Errichtung der Rekultivierungsschicht bedarf diese selbst eines hinreichenden Erosionsschutz gegen eintretende Witterungseinflüsse. Zum Schutz der Rekultivierungsschicht stehen verschiedene Systeme als Böschungs- bzw. Hangsicherung und als Begrünungssystem zur Verfügung. Bei extremen Standorten ist ggf. eine Kombination von bekannten und bewährten Systemen notwendig, um einen guten Erfolg zu erzielen. Neu ist unbehandelte Schafwolle für den Erosionsschutz einzusetzen. Die in der Praxis bereits vielfach getesteten Wollgewebematten zeigen, dass auch bei extreme Standortbedingungen der Erosion mit geringem Aufwand ökologisch und ökonomisch entgegen gewirkt werden kann und gleichzeitig ein einfaches und effektives Begrünungssystem zu Verfügung steht.



Copyright: © Wasteconsult International
Source: Praxistagung Deponie 2010 (Dezember 2010)
Pages: 12
Price inc. VAT: € 0,00
Autor: Dipl.-Geologin Katja Skudelny

Send Article Display article for free Comment article


These articles might be interesting:

Erosionsprobleme beim Bau von Abdichtungs- und Rekultivierungsschichten
© Wasteconsult International (12/2010)
Bei der Abdeckung von Deponien kommt es annähernd bei jedem Projekt zu Erosionserscheinungen in der Rekultivierungsschicht. Sofern diese, wie in den meisten Fällen, von geringfügigem Umfang sind und so mit einfachen Mitteln wieder saniert werden können, bleiben sie lediglich eine ärgerliche Randerscheinung.

Mikrobielle Methanoxidation in Deponie-Abdeckschichten: Planung und Realisierung optimierter Bodenfilter zur Sanierung lokaler Gasaustrittsstellen (Hotspots)
© Wasteconsult International (12/2010)
Die mikrobielle Oxidation von Methan in Deponie-Abdeckschichten kann die Emission von Methan in die Atmosphäre wirksam reduzieren. Bei ungedichteten Altdeponien reicht das Methanoxidationspotenzial der in der Regel ungezielt aufgebrachten Abdeckungen prinzipiell für die Oxidation der im Müllkörper produzierten Restmethanmengen aus. Jedoch strömt Deponiegas nicht gleichmäßig vom Müllkörper durch die Abdeckschicht, sondern bewegt sich bevorzugt entlang präferenzieller Fließwege.

Ertüchtigung der Basisabdichtung bzw. Zwischenabdichtung der Deponie Steinmühle - Pilotprojekt mit Trisoplast in der Basis
© Wasteconsult International (12/2010)
Infolge der Neuordnung des Deponierechtes seit 2002 haben sich die Anforderungen an die Abfallwirtschaft und an die Deponietechnik stark geändert, so dass der Bedarf an Deponien der Klasse 1 immer stärker in den Focus der Entsorgungswirtschaft rückt. Diesem Umstand trägt die Entsorgungswirtschaft insoweit Rechnung, dass immer mehr Betreiber die Ertüchtigung oder auch die Neuanlage einer Deponie der Klasse 1 erwägen. Im folgenden Beitrag wird die in Deutschland erste Ertüchtigung einer bestehenden Deponie mit dem Abdichtungsmaterial Trisoplast in der Basis beschrieben.

SPLITTER TRACK - Deponieaufbereitung wirtschaftlich, praxisgerecht und kalkulierbar gestalten
© Wasteconsult International (12/2010)
Der Beitrag „SPLITTER TRACK“ befasst sich mit der innovativen Technik des SPLITTERs, welcher das Separieren von schwer- und schwerstsiebbaren Deponieabfällen ermöglicht.

Im Blickpunkt der Öffentlichkeit – Sanierung der Sondermülldeponie Bonfol
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2008)
Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Deshalb sind auch Altlasten- und Deponiefragen im öffentlichen Diskurs der Schweiz ein Thema und immer häufiger in den Schlagzeilen der Medien zu finden. Der öffentliche und politische Druck – angefacht von NGOs wie Greenpeace – wächst, Deponien umgehend und fachgerecht zu sanieren. Zurzeit gibt es in der Schweiz zwei Großprojekte der Deponiesanierung: Die Sondermülldeponien Kölliken im Kanton Aargau (Mittelland) sowie Bonfol im Kanton Jura (Nordostschweiz), von der hier die Rede sein wird.

Username:

Password:

 Keep me signed in

Forgot your password?

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...